ÖNORM M 7812
Schweißbetriebszulassung innerhalb ÖsterreichsDas national gültige Regelwerk für die Sicherung der Güte von Schweißarbeiten wurde mit 1. Jänner 1996 - nach vorhergehender Überarbeitung durch den Fachnormenausschuss 037 Schweißtechnik - durch das Österreichische Normungsinstitut neu herausgegeben. Es regelt die Sicherung der Güte von Schweißarbeiten an metallischen Werkstoffen der Güteklasse 1 bis 4.
Die Auswahl der jeweiligen Güteklasse richtet sich nach dem Anwendungsbereich, wobei die Güteklasse 1 die höchsten Anforderungen und die Güteklasse 4 die geringsten Anforderungen an den Schweißbetrieb stellt.
Die Zulassung nach der jeweiligen Güteklasse erfolgt durch eine benannte Prüf- bzw. Zertifizierungsstelle nach einer entsprechenden Überprüfung.
Schweißtechnische Regelwerke hinsichtlich Sicherung der Güte von Schweißarbeiten
Nationale Regelwerke (Österreich)
ÖNORM M 7812-1
Sicherung der Güte von Schweißarbeiten
Anforderungen an Betriebe, in denen Schweißarbeiten nach Güteklassen durchgeführt werden
ÖNORM M 7812-2
Sicherung der Güte von Schweißarbeiten - Güteklassen
Anwendungsbereiche nach Güteklassen
Güteklasse 1
Empfohlen für Schweißverbindungen, deren Versagen katastrophale Folgen haben kann, und für Werkstoffe und Schweißverfahren, die umfassende schweißtechnische Kenntnisse erfordern.
Beispiele: Behälter für hochgiftige oder explosive Stoffe, Brückentragwerke, Druckgeräte (Druckgefäße und Druckbehälter) mit hohem Gefahrenpotential, Fahrgestelle von Massenbeförderungsmittel, Seilbahnmaste, Turbinen, dynamisch hoch beanspruchte Bauteile
Güteklasse 2
Empfohlen für Schweißverbindungen, deren Versagen eine Gefährdung des Lebens oder der Gesundheit von Personen oder eine schwere Beeinträchtigung des Eigentums oder sonstiger dinglicher Rechte von Personen zur Folge haben kann, sowie für Werkstoffe und Schweißverfahren, die spezifische schweißtechnische Kenntnisse erfordern.
Beispiele: große Tragwerke, sonstige Druckgeräte (Druckgefäße und Druckbehälter), größere Behälter für gefährliche Stoffe, Achsen und Zuggabeln von Nutzfahrzeugen, Stähle mit einer Streckgrenze über 360 N/mm²
Güteklasse 3
Empfohlen für vorwiegend ruhend beanspruchte Bauteile, soweit sie nicht der Güteklasse 1 oder 2 zugeordnet sind, deren Güte aber für die Funktionstüchtigkeit des Bauteiles von wesentlicher Bedeutung ist, sowie für Werkstoffe und Schweißverfahren, die schweißtechnische Basiskenntnisse erfordern.
Beispiele: Tragwerke, Behälter ohne wesentliches Gefahrenpotential, höher beanspruchte Maschinenrahmen
Güteklasse 4
Empfohlen für Schweißverbindungen, deren Versagen keinen wesentlichen Einfluss auf die Funktion des Bauteiles hat, deren Güte aber aus anderen Gründen gewährleistet werden soll.
Beispiele: einfache Tragkonstruktionen, Maschinenrahmen, allgemeine Schlosserarbeiten
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