Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Die ISO 45001 wurde als Version 2018 am 12.03.2018 veröffentlicht.
Sie ersetzt, nach einer 3 jährigen Übergangsfrist, die bisherige BS OHSAS 18001:2007.

Der weltweit erste ISO-Standard im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz wurde am 12. März 2018 veröffentlicht. Die neue Norm bietet Organisationen die Chance, ihre strategische Ausrichtung mit ihrem Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagementsystem in Einklang zu bringen. Wenn Sie zurzeit nach OHSAS 18001 zertifiziert sind, dann haben Sie bis März 2021 Zeit, auf die ISO 45001 zu wechseln, denn die OHSAS 18001 wird, nach Ablauf der Übergangsfrist von 3 Jahren, zurückgezogen.


Eine Gegenüberstellung der ISO 45001:2018 vs. OHSAS 18001:2007

OHSAS 18001:2007                                                                 

ISO 45001:2018    

1 Anwendungsbereich

1 Anwendungsbereich

2 Referenzen und Veröffentlichungen

2 Normative Verweisungen

3 Begriffe

3 Begriffe

4 Anforderungen an ein A&G Managementsystem

4 Kontext der Organisation

4.1 Allgemeine Anforderungen

5 Führung und Beteiligung der    Beschäftigten

4.2 A&G Politik

6 Planung

4.3 Planung

7 Unterstützung

4.4 Implementierung und Durchführung

8 Betrieb

4.5 Überprüfung

9 Bewertung der Leistung

4.6 Managementbewertung

10 Verbesserung

   
ISO 45001:2018 Übergangsfrist
Die Übergangsfrist wurde durch das IAF (International Accreditation Forum) auf drei Jahre ab dem Datum der Veröffentlichung  der finalen Version des Standards (12.03.2018) festgelegt  Nach Ablauf der Frist (11.03.2021) werden alle BS OHSAS 18001:2007 Zertifikate ungültig.

Die Revision der ISO 45001 – Änderungen im Detail

Die HLS - High level structure

Seit dem Jahr 2012 gibt es in der Internationalen Normenorganisation ISO eine Vorgabe für die Entwickler aller Managementsystem-Normen, wie diese aufzubauen sind: Sie haben eine gemeinsame Grundstruktur, die aus 10 Abschnitten besteht – das ist die High-Level-Structure. Diese erleichtert vor allem solchen Unternehmen das Leben, die neben der ISO 45001 noch andere Managementsysteme, wie ISO 9001 für Qualität oder ISO 14001 für Umweltschutz eingeführt haben – in allen Normen stehen die Anforderungen zu bestimmten Themen jetzt im selben Abschnitt, so dass eine Zusammenführung der Systeme erleichtert wird. Gleichzeitig enthält die HLS einen allen Normen gemeinsamen Grundtext und einheitliche Begriffsdefinitionen, die ebenfalls das Zusammenspiel verschiedener Managementsysteme erleichtern.

Was wird neu durch die HLS ?

Aufgrund des gemeinsamen Grundtextes der HLS werden die Anforderungen an ein Arbeits- und Gesundheitsschutz Managementsystem (A&GS) erweitert. Am wichtigsten: Die strategische Einbindung des A&GS muss sichergestellt werden. Dazu müssen für das A&GS relevante interne und externe Themen sowie interessierte Parteien, die für das A&GS relevant sind, und deren Anforderungen ermittelt werden. Die Ermittlung von gesetzlichen und anderen Anforderungen, zu denen sich die Organisation verpflichtet hat, wird damit um eine Analyse zu internen und externen Einflüssen auf das Arbeits- und Gesundheitsschutz Managementsystem erweitert. Solche Einflüsse können z.B. Politik, Verbraucherverbände, verfügbare Techniken oder Interessen von Eigentümern und Mitarbeitern sein. Die sich aus den Analysen ergebenden Risiken und Chancen für das A&GS sind zu untersuchen und müssen ggf. bei der Planung berücksichtigt werden.

Weitere Änderungen ?

ISO 45001 bringt gegenüber BS OHSAS 18001 einige Änderungen mit sich, zum Beispiel:

  • Gegenüber der OHSAS 18001 werden im Kapitel 5.2 OH&S Politik nun u.a. sichere und gesunde Arbeitsbedingungen (healthy working conditions) und eine Risikosteuerung gemäß der Maßnahmenhierarchie „Beseitigung der Gefährdung, Substitution durch weniger gefährliche Stoffe, Prozesse etc., technische Maßnahmen, organisatorische Maßnahmen und persönliche Schutzmaßnahmen“ (TOP) gefordert.
  • Im Unterschied zu 9001:2015 und 14001:2015 wurde zusätzlich ein Kapitel 5.4 Beteiligung und Konsultation definiert. Darin sind u.a. Regeln für Outsourcing, Einkauf und Vertragspartner getroffen. Interessant für deutsche Unternehmen dürfte sein, dass einige dieser Forderungen durch Arbeitsgesetze, wie z.B. dem Betriebsverfassungsgesetz, abgedeckt werden.
  • Die Gefährdungserkennung im Kapitel 6.1.ff  wurde gegenüber des bisherigen BS OHSAS 18001 Kap 4.3.1 weiter gefasst. Sie beinhaltet u.a. nun auch organisatorische und soziale Faktoren, Arbeitsbelastung, Arbeitszeiten, Führung und Unternehmenskultur.

Vorteile eines A&GS Managementsystems:

Ein ISO 45001:2018 basiertes A&GS Managementsystem ermöglicht es einer Organisation,
ihre A&GS Systemleistung durch folgendes zu verbessern:

  • Entwicklung und Implementierung einer A&GS Politik und A&GS Ziele
  • Etablierung von systematischen Prozessen, die den Kontext, die Risiken und Chancen sowie die rechtlichen und sonstigen Anforderungen berücksichtigen
  • Bestimmen der Gefahren und A&GS-Risiken im Zusammenhang mit seinen Aktivitäten; den Versuch diese zu beseitigen oder diese zu steuern und kontrollieren, um ihre potenziellen Auswirkungen zu minimieren
  • Einführung von Betriebskontrollen für die Verwaltung seiner A&GS-Risiken und deren rechtliche und andere Anforderungen
  • wachsendes Bewusstsein für seine A&GS -Risiken
  • Bewertung seiner A&GS Leistung und den Versuch, diese durch geeignete Maßnahmen zu verbessern
  • Sicherstellung, dass die Arbeitnehmer eine aktive Rolle im A&GS spielen
In Kombination sorgen diese Maßnahmen dafür, dass das Image einer Organisation
als sicherer Arbeitsplatz gefördert wird und weitere Vorteile entstehen können:

  • Verbesserung seiner Fähigkeit, auf behördliche Compliance-Probleme zu reagieren
  • Reduzierung der Gesamtkosten von Zwischenfällen
  • Verringerung der Ausfallzeiten und der Kosten für Betriebsunterbrechungen
  • Senkung der Kosten für Versicherungsprämien
  • Verringerung von Fehlzeiten und Fluktuationsraten

Ansprechpartner

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Andreas Tiefengraber    

+43 (0)3842 / 48476-14
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Andrea Ruderes    

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